Dipl.-Ing. Arch. Thomas Jahn
Bauhaus-Universität Weimar - Lehrstuhl Baukonstruktion

SCHLOSS LICHTENBURG

Neukonzeption der Gedenkstätte

Entwurf

Prettin, Sachsen-Anhalt

schnitt
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Zur Neukonzeption der Gedenkstätte Lichtenburg ist ein ideales Raumprogramm gefordert, dass Eingangsbereich mit Rezeption, einen Ausstellungsbereich, Büro, Toiletten, Seminarraum, Bibliothek und Lagerraum beinhaltet. Der Entwurf unterscheidet klar zwischen einer Ebene der Erfahrung im Erdgeschoss und der Verarbeitung im Obergeschoss, die von der schmalen lang gezogenen Kubatur des ehemaligen Werkstattgebäudes umschlossen werden. Nur durch einen Einschnitt in den Nordteil der ehemaligen Begrenzungsmauer der Anlage, die zugleich als straßenseitige Außenwand des Gebäudes zu verstehen ist, gelangt man in den Vorhof der Gedenkstätte und wird durch eine quer stehende Wand, die bereits die Konzeption des Ausstellungsbereiches vorgreift, in das Museum geleitet. Das Ausstellungskonzept macht sich die Raumausdehnung des Bestandes zu Nutze, um unter anderem die Ohnmacht des Individuums gegenüber einem totalitären Regime zu thematisieren, indem die scheinbare Endlosigkeit des Ganges und der freie Grundriss als vorrangige Gestaltungselemente fungieren. Mit dem Öffnen der Fassade mittels unterschiedlich justierbarer Projektionskästen, kann ein individueller Bezug des Ausstellungsinhaltes zum Außenraum hergestellt werden. Die Funktionsräume im Obergeschoss sind als gefangene Räume in Leichtbauweise konzipiert und werden in das bestehende Dachtragwerk eingestellt. Die vorgeschlagene mattweiße Oberfläche funktioniert in Verbindung mit den Oberlichtern als diffuse Lichtquelle für den darunter liegenden Ausstellungsbereich.
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Dipl.-Ing. Arch. Thomas Jahn
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